Unsere Hausbootfahrt in Mecklenburg

Update 15.09.2021

 

 

 

 

Früher war ick jünger

 

Unsere viel zu kurze Bootsfahrt

auf einem viel zu großen Boot

im viel zu schönen Mecklenburg

 

Die BloodhoundGang

ist mal wieder saumäßig unterwegs

oder

Eine Seefahrt die ist lustig

 

 

Ein paar Tage des Friedens, der Freude und der Happiness

 

Nur Rico und ich – und das Boot, sonst niemand

 

 – August 2021 –

 

 

Text: Wilfried R. Virmond

Fotos: Rico und Wilfi

 

 

Achthundert Kilometer Autofahrt liegen hinter Rico und mir. (Ich mußte unseren Sohnemann Rico in der Nähe Unnas abholen. Sonst wär‘ es etwas kürzer gewesen.) Jetzt müssen wir noch eine Nacht schlafen und dann können wir unser Boot in der Marina Wolfsbruch übernehmen. Wolfsbruch? Ja, hab ick och noch nie von jehört. Liegt inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte in Mecklenburg, irgendwo zwischen Neustrelitz, Waren an der Müritz und Rheinsberg. Hier in der Gegend war ich früher schonmal mit Hanni zum Wandern. Und wir beide hatten damals schon reichlich Spaß…

Unser Boot wird fünfzehn Meter (14,63m) lang sein und soll Platz für bis zu zwölf Personen bieten. Aber ich will ja (fast) immer größtmöglichen Luxus haben. Und, wir wollen eine reine Männertour machen, mal wieder ernsthaft über Autos, Motorräder, Weiber und ähnlich wichtige Dinge philosophieren, halt Männergespräche, ohne Wenn und Aber, und ohne Rücksicht auf weibliche Animositäten und Empfindlichkeiten nehmen zu müssen. Vater und Sohn sind unterwegs: die BloodhoundGang. Da darf es dann gerne auch mal etwas tiefgründig zugeh‘n, gerne auch ungezwungen, gerne am liebsten unkonformistisch.

Und, es ging gar nicht anders, ich mußte exakt dieses Boot nehmen: Vor ein paar Tagen, samstagvormittags, hatte ich einen Film im TV über Hausboot-Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern gesehen, mittags dort in der Firma angerufen und nachmittags dieses letzte dort kurzfristig verfügbare Boot gebucht. Und jetzt sind wir hier in der Nähe des Hafens und Morgen geht’s endlich los. Ja, ist mir inzwischen auch bekannt, es gibt hier wirklich unzählige, echt hunderte Bootsvermieter, ich war aber zu faul, die alle anzurufen. Normalerweise bucht man so ein Hausboot sechs bis zwölf Monate vorher, sagte mir der Typ schon gleich am Telefon und dann später unterwegs auch noch ein paar Bootskollegen.

Heut Abend noch eine letzte Übernachtung im „Keramik-Hotel“ in Rheinsberg. Ja, heißt wirklich so. Bisher besuchte ich immer die „Keramik-Ausstellung“ – und Ihr wißt ja alle, was das im normalen Sprachgebrauch bedeutet. (grins)

Das Hotel gehört einer Keramikfirma, die hier im Haus eine Töpferei betreibt und ihre Produkte verkauft. In der oberen Etage gibt es fünfunddreißig Zimmer. Nichts Besonderes, alle recht einfach. Ich hasse diese schäbig-billigen Bettgestelle mit den scharfen Holzkanten und diese ekligen Teppichböden, aber auch hier: Letzte und einzige Möglichkeit, ein günstiges Zimmer in der Nähe unserer Marina zu buchen; andere noch verfügbare Zimmer wären bestimmt schöner gewesen, waren aber auch dreimal so teuer. Oder noch teurer.

 

 

Zur Belohnung bekommen wir hier im Haus „die größte Teekanne der Welt“ zu sehen. Rico will sie „nur mal kurz“ hochheben bzw. in die Arme nehmen, aber ich halte ihn mit größter Mühe gerade noch zurück. Nicht auszudenken, wenn uns da etwas passieren würde. (In Gedanken seh ich schon Millionen von Scherben rumkullern…)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und natürlich, wie immer, auch dieser Superlativ ist gelogen:

Riesenteekanne aus Yixing

2.700 Liter. 2,7 m³. Dies ist die größte Teekanne aus Yixing-Ton. Sie hat die Höhe von 3,7 Meter und wiegt ohne Wasser und Teeblätter 980 kg (Quelle: teekenner.de)

 

In Google Maps erkennt man, daß das hier offenbar ein Zentrum für vielerlei Waren aus Keramik ist; es gibt ein paar entsprechende Hersteller. Außerdem lese ich in Wikipedia, daß hier im Wald seit Jahrzehnten ein altes DDR-Atomkraftwerk abgerissen wird. Ja, erzeugt etwas Gänsehaut. Aber wir sind ja nur ein paar Tage hier.

Heute Abend laufen wir zum Seeufer, um dort etwas Vernünftiges (Fisch) zu Abend zu essen und ein bißchen was zu trinken. Naja, es wird dann doch etwas mehr. Zu Trinken. Dafür lachen wir immer mehr. Die Leute um uns herum grinsen uns schon zu. Wir beide seh’n aber auch zu gut aus. Aber keine Sorge, wir blamieren uns nicht. Dazu gibt’s auch noch ′n bissken Sonnenunterjang.

 

 

 

 

Zurück am Hotel holen wir uns dann oben aus dem Automaten noch ein paar weitere Getränke. Zum Besser-Durchschlafen. Wohlwissend, daß wir die Treppe nach oben schaffen werden, so oder so…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen Überraschung: Stau vor der Tür zum Frühstücksraum. Erst wenn Leute rauskommen, dürfen neue Leute an den freigewordenen Tisch nachrücken. (Naja, okay, wir sind ja in der ehemaligen DDR.) Und im Stau vor der Tür steh’n alle dicht gedrängt herum…

 

 

Dann kaufen wir noch ein paar „unbedingt notwendige“ geistige Getränke nebenan bei Norma ein und fahren die restlichen zwölf Kilometer zur Marina.

Naja, mal seh‘n, ick freu mir jedenfalls schon wie Bolle drauf. Unsre Armbanduhren ham wa zuhause gelassen, genauso, wie die Hogs im Film mit John Travolta. („Born to be Wild.“)

Parkplatz hab ich vorher mitgebucht, ist einfach einfacher und sicherer so. Unser Mazda CX5 gehört zu den meistgeklauten Autos, und dann auch noch „so nahe“ der polnischen Grenze. Hier ist das Auto wenigstens mit einer nachts abgeschlossenen Schranke abgesichert.

Es folgen Check-in mit der finalen Unterschreibung aller möglichen Papiere. Die Frau hinter dem Desk benötigt öfters Hilfe ihrer Kollegin. Wieder frage ich mich, warum ich ständig und aus welchem Grund auch immer mit solchen Nichtswissern bzw. Nichtskönnern zusammen kommen muß; sie sind einfach überall. Manchmal könnt ick kotzen!

Etwas Glück haben wir, wir dürfen nämlich ausnahmsweise unsere Einweisungsfahrt mit dem sanften, gelassenen Winfried jetzt gleich machen. (Fahrlehrer, egal ob auf der Straße oder auf dem Wasser, wär wirklich nix für mich!!)

 

 

 

 

Die ganz große Tour bleibt uns dabei erspart, ich erweise mich als relativ talentiert und darf bald umdrehen. Das Wiederreinfahren in den engen kleinen Hafen ist dann aber doch etwas tricky. Unser Boot hat wenigstens ein Bugstrahlruder, das man auch ständig beim Manövrieren braucht. Später, unterwegs, hören wir von Bootskollegen, daß es Boote ohne Bugstrahlruder gibt und entsprechend schwerer haben sie es dann auch.

Danach wird unser Boot vom Personal noch weiter saubergemacht und schlußendlich mit frischer Wäsche bestückt. Dann holen wir unsere Sachen aus dem Auto und richten uns häuslich ein. (Oder muß ich jetzt „bootlich“ sagen?)

 

 

 

Es folgt noch eine abgekürzte halbstündige theoretische Einweisung und zum Abschluß erhalten alle Teilnehmer (pro Boot) einen „Charterschein“. Statt eines Boots-Führerscheins.

 

Abends holen wir uns ein bißchen was zum Essen beim Italiener hier in der Marina. Schade, wir müssen auf dem Boot innen „im Salon“ essen, es nieselt. Und ist recht kühl. Sonst würden wir das Oberdeck nutzen.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne. Die Sonne strahlt geradezu. Wir strahlen auch. Es geht endlich los. Endlich! Wir sind Live on Stage.

Unser beider vordringliches Ziel: Boot und uns beide wieder heil nachhause bringen. Und sich nebenbei in den Schleusen und in den Häfen bei den Anlegemanövern nicht allzu sehr blamieren. Wir sind immerhin nur zu zweit; drei Leute sollte man mindestens sein. Wenn wir beide dann trotzdem noch genug Spaß haben, ist alles im grünen Bereich: Also Spaß und immer genug Wasser unterm Kiel. Und Ankern, wo es einem gefällt – und die Spackos von der WaPo uns erlauben. Aber wir haben ja schon bei der theoretischen Einweisung gehört, daß es fürs Ankern ein paar weitere unbedingt zu beachtende Vorschriften gibt.

Der Diesel springt sofort an. Erstaunlich leise. Wir legen ab und haben, Aua!, Fuck!, verdammte Hacke!,  gleich einen heftigen Rempler mit dem Heck an einem der vielen aus dem Wasser ragenden Festmach-Pfosten! Der war doch vorhin noch gar nicht da! (Eine Windböe kam von der Seite.) Unser Boot ist aber auch saulang. Fünfzehn Meter. Winfried hat schon bei der Einweisung gesagt: ‚Paßt auf Euren Arsch auf! Das Boot ist sehr lang! Und hinten noch mehr als Ihr denkt!‘ Womit das Boot auch gleich seinen Namen abbekommen hat: The Big Beast. („Großes Biest.“)

Hoffentlich hat das jetzt niemand gesehen oder gar gehört! Ich war wohl mal wieder etwas nachlässig. Oder wollte zu cool sein. Früher, als ich jünger war, wär mir das wohl eher nicht passiert! Egal, weiter!

Gut, vor der sofort vor uns liegenden, ersten kleinen Schleuse ist heute kein allzu großer Stau (nur drei Boote) und nach einer dreiviertel Stunde dürfen wir mit zwei Kollegen hinter uns rein. Höhenunterschied vielleicht fünfzig Zentimeter. Lächerlich. Aber man muß halt trotzdem durch. Gestern befanden sich hier noch über zwanzig Boote in der Warteschlange. Und, das ist hier eine neumodische Selbstbedienungsschleuse, ohne Schleusenwärter. Alles läuft von selbst, man muß nur zwei Hebel vorne und hinten drehen.

 

 

Alles geht gut. Läuft! Damit können wir auch diese Erfahrung erfolgreich abhaken.

 

 

Und, später zuhause lese ich bei Wikipedia: Mit ca. 35.000 Passagen pro Saison gehört diese Schleuse zu den meist frequentierten Sportbootschleusen Deutschlands. (Ob das so stimmt?? Im Durchschnitt jeden Tag hundert Boote? – Hab mal kurz nachgerechnet, ja, okay, dürfte hinkommen. Im Sommer mehr, im Winter weniger.)

Ein so großes Boot zu steuern, erweist sich dann doch als nicht ganz so leicht. Wir haben natürlich ab und zu Gegenverkehr: Hausboote, ich meine jetzt erstmal die richtigen „Hausboote“, Flöße mit einem viereckigen Häuschen drauf, dann die vielen Kanus mit Paddlern, die man besser nicht anstupsen (und schon gar nicht versenken) sollte, und dann die vielen „richtigen“ Boote in allen möglichen Größen. Und ab und zu ein Boot der Berufsschiffahrt, die immer Vorfahrt haben. Die muß man alle ständig im Blick behalten. Besonders in den engen Kanälen. Und manche unter ihnen sind richtige Anfänger, ohne Talent, die da vor uns rumeiern und uns dabei manchmal etwas nahe kommen. Überholen muß man auch schon mal. Deshalb muß ich ständig am Ruder bzw. Steuerrad drehen und dann immer etwas warten, bis das Boot entsprechend reagiert. Also immer, jede Sekunde, „Uffbasse“! Der Steuermann darf sich keine Sekunde ablenken lassen. Eigentlich wie beim schnellen Motorradfahren vor und in den Kurven. Is wirklich janz wichtig! Nur einen winzigen Moment woanders hingeguckt bringt Dich sofort aus der Ideallinie bzw. hier auf dem Wasser aus dem Kurs und Du mußt nachdrücklich korrigieren.

Winfried hat schon bei der Einweisung gesagt: „Am Steuer wird immer gedreht.“ Und das ist auch wirklich so. Gerade, wenn man noch nicht so richtig Übung hat.

Wir schippern gemächlich über viele große Seen, die alle abwechselnd mit meist schmalen, lauschigen Kanälen untereinander verbunden sind. Dabei unterstützt uns beim Navigieren eine unerläßliche und uns vom Vermieter mitgegebene dicke Mappe mit Kartenausschnitten. Tante Googles Maps im Handy hilft uns manchmal zusätzlich dabei. Die Navigation macht so echt Spaß!

 

 

Wetter bleibt durchwachsen; mit einem Wort: „Wolkig mit Aussicht auf Aufheiterungen.“ Die Hundstage sind ja dieses Jahr leider ausgefallen, deshalb ist es manchmal eher etwas kühl, manchmal aber auch wieder recht warm. Trotz allem, wir dürfen und wollen uns nicht beschweren, wo auch?, und können uns immer mehr entspannen und unsern Trip immer mehr genießen.

 

 

Rico darf und muß natürlich auch oft ans Steuerrad. (Nicht, daß das hier eventuell falsch rüberkommt.)

 

 

Tempus fugit. Die Zeit vergeht viel zu schnell. In der Marina Fürstenberg legen wir am späten Nachmittag an. Bis jetzt ist alles gutgegangen. Ändert sich das jetzt? Der alte Hafenmeister (sofort erkennbar, ehemaliger DDR-Bürger) macht sich nämlich gleich enorm wichtig und plustert sich auf:

 

„Habt Ihr reserviert?“

„Nein. Leider. Ham wer nich jewußt.“

„Dann müßt Ihr weiter, hier ist alles voll.“ (Blickt dabei stirnrunzelnd auf die Liste auf seinem Klemmbrett.)

„Och, lieber Herr Hafenmeister, machen Sie doch bitte für uns eine kleine Ausnahme. Wir haben doch schon festgemacht. Und das war gar nicht so einfach.“ (Ich blicke ihn ganz treu an.)

„Nein, geht wirklich nicht. Ich bin hier voll.“ (Wedelt mit dem Brett und zeigt dabei auf seine Liste.)

„Bitte, bitte, bitte, lieber guter Herr Hafenmeister, ich bin doch so alt und schaff es nicht mehr weiter.“ (Mache dabei ein entsprechend erschöpftes Gesicht.)

„Nu, ja, dann halt ausnahmsweise. Wo liegt Ihr denn?“

„Anlegesteg 3.“

„Dann bleibt da halt liegen. Aber nur ausnahmsweise!!!“

Er trägt uns auf seiner fast leeren Liste ein.

Ich unterschreibe, bezahle erleichtert unsern Liegeplatz und gebe ihm ein kleines Trinkgeld.

 

Dabei sind hier, für jeden sichtbar, viele Liegeplätze frei, auch am nächsten Morgen noch. Das war halt nur Wichtigtuerei. Wie früher.

Wir laufen zu Fuß ein, zwei Kilometer nach Fürstenberg rein.

 

 

Rainer Zufall – wer kennt meinen Freund nicht? Es ist wirklich reiner Zufall, daß wir eine sehr schöne und ansprechende Gaststätte finden, wahrscheinlich die beste im Ort. Gasthaus „Zur Linde“. Eigentlich hab ich mir ja abgewöhnt, hier übers Essen zu schreiben oder gar Fotos beizulegen. Aber, man muß auch mal ’ne Ausnahme machen dürfen.

 

Rico bekommt:

Soljanka

Wildgulasch mit zwei dicken fetten Möpsen, ähm, Klößen

Rote Grütze mit Schlagsahne, viiiel Schlagsahne, die Rico gar nicht mehr schafft, ich muß ihm helfen…

 

Icke bestelle:

Soljanka (muß ich haben und schmeckt wie immer perfekt)

Würzfleisch (muß auch immer sein und ist natürlich auch sooo lecker)

Matjes mit sehr guten fast fettfreien knusprigen Bratkartöffelchen (wundervoll)

Vanilleeis mit ohne Sahne (einfach göttlich)

 

 

Klar, daß wir so voll nicht mehr zurücklaufen können und ich bestell uns ein Taxi. Ich meine natürlich „vollgegessen“! Nicht „vollgesoffen“!

Zum Bergfest am Abend bekommen wir Besuch: Der dicke fette Herr Jägermeister. Und er bringt auch noch ’n Fläschken „Berliner Luft“ mit. Pfefferminz mit 18%. (Eklig, auch viel zu süß…)

Mannomann, dazu die geile Mucke aus unseren USB-Sticks. Unsere Abende vorher waren ja schon nicht schlecht, aber das hier ist dann doch der Beste unter den Besten. Es ist dem Datenschutz geschuldet, daß es hier an dieser Stelle für die Öffentlichkeit keine Fotos dieser abendlichen Unterhaltung geben kann! (Fotos und Videos stehen unter strengstem und doppelt abgesichertem Verschluß und sind zusätzlich paßwortgeschützt!)

Der allerletzte Rest des Abends entzieht sich im Übrigen meiner momentanen Erinnerung…

Ich habe in der Regel das Glück, „am Morgen danach“ meistens keinerlei Beschwerden zu haben; naja, okay, heute Morgen sind es ein paar kleinere, hmm, „Unannehmlichkeiten“. Frühstück brauch ich heute jedenfalls keins.

Aber ein vielleicht, eventuell, möglicherweise, unter Umständen vorstellbarer, recht geringer Restalkoholgehalt macht mir dann doch noch ein paar Sorgen. Also vollste Konzentration beim Ablegen, wir wollen wirklich keine Bekanntschaft mit doofen, unangenehmen und unhöflichen „Ordnungskräften der silberblauen Partei“ bekommen.

Wie immer, wir haben Glück. Alles geht gut, die Sonne kommt auch ab und zu raus und mittags können wir beide schon wieder leichte Kost zu uns nehmen. Die Schleusen gehen auch ohne Probleme. Wir werden dabei sowieso immer besser. Alles paletti.

 

 

Apropos Schleusen. Gestern mußten wir mal so um die zwei Stunden warten, bis wir endlich an der Reihe waren, sonst hatten wir immer nur relativ kurze Wartezeiten. Es passen halt immer nur drei Boote (und jede Menge lästige Kanus und Paddelboote) in die Schleusen.

Heute sind wir schon wieder auf dem Rückweg. Ich hab ja nur „drei Nächte“ buchen dürfen/können. Aber zum Reinschnuppern reicht es und wir sind beide voll begeistert! Nächstes Jahr wieder! Unbedingt! Aber dann natürlich länger! Viel länger! Ganz viel länger!

 

 

Am frühen Nachmittag, wir haben noch genügend Zeit, machen wir einen gemütlichen kleinen Schlenker in einen anderen See nebenan, um dort an einem Steg anzulegen und an einer uns dort empfohlenen kleinen, sonnigen Räucherfisch-Bude etwas zu essen. Unser beider Bewertung: „Sehr gut! Hat sich echt gelohnt.“ Auch unter Einbeziehung der zusätzlichen zweimaligen Schleusentätigkeit. Logisch, daß wir auch noch ein Doggi-Pack mitnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am späten Nachmittag treffen wir in unsrer Heimat-Marina ein. Kaum zu glauben, daß wir erst gestern Morgen hier abgefahren sind, wir haben so Vieles erlebt, aber morgen früh um neun Uhr ist offizielle Rückgabe. Die ginge morgen zwar auch noch bis ca. zehn Uhr, aber wo sollen wir jetzt noch hin? Ick will morjen keen‘ Streß! Also ist jetzt Schluß.

Wir legen eine unglaublich gute Einfahrt und ein supergutes Anlegemanöver hin. (schulterklopf) Ich erwarte eigentlich, daß uns die Leute ringsum Beifall klatschen. Aber keiner hat uns zugeguckt, alles bleibt still. Nebenbei: Man muß (sollte?) immer rückwärts anlegen. Über den Bug aus- und einsteigen ginge in der Regel nicht – oder ist recht umständlich, weil man dann auf den meisten Booten an den Aufbauten entlangturnen muß.

(Beim Rumnavigieren, ein anderes Boot kommt ausgerechnet jetzt auf die Idee, ablegen und rausfahren zu wollen, fühle ich mich ans spätnachmittägliche Rumfahren auf dem Place de l’Étoile in Paris erinnert: Da muß man beim Reinfahren aufpassen, beim dann drin Rumfahren vorausschauend aufpassen und natürlich auch beim Rausfahren extrem aufpassen und dieses schon lange vorher einleiten – sonst muß man nämlich nochmal ganz drumrumfahren. Aber das kann auch nur jemand nachvollziehen, der es schon erlebt hat. Als Deutscher Paris-Besucher fehlt einem da halt etwas Übung. Nebenbei: Klar, logisch, hab ich immer gut hingekriegt, fahr ja fast wie ein Pari…, ähm, wie ein Franzose. 😆 )

Zum Abendessen fahren wir mit unserm Auto nach Rheinsberg rein und finden noch einmal eine schöne alte Gaststätte: „Zum Alten Fritz“. Rico kennt so etwas Uriges gar nicht und ist schon wieder restlos aus dem Häuschen. Freundliche Bedienung. Und Schmecken tut’s uns auch. Was will man mehr? Das Leben ist schön! (Und wie versprochen, keine Fotos vom Essen!)

Mit dem Auto geht’s zurück. Merkwürdig, auf unserm Boot sind fast alle alkoholischen Getränke irgendwie verschwunden und haben sich sozusagen über Nacht in lästiges Leergut verwandelt. Aber wir haben eigentlich auch genug, wir sind sowieso müde, und morgen ist eine anstrengende Heimfahrt.

Am letzten Morgen dann Saubermachen des Bootes, alles Gepäck mit Hilfe eines Rollwägelchens zum Auto befördern, Bootsrückgabe und Auschecken.

Siebenhundert Kilometer zurück, Rico fährt noch mit zu uns nachhause. Es ist Samstag, meistens ruhiger Verkehr, ganz wenige Lkw, offenbar herrscht heute Lkw-Fahrverbot, viel Sonne, und gegen 18 Uhr sind wir wohlbehalten wieder zuhause.

Mein Sonnengeflecht hat wieder ausreichend Energie gespeichert und mein Prana hilft mir jetzt wieder, das schwierige tägliche Leben zu meistern.

Ende gut, alles gut. Und wenn wir nicht gestorben sind, leben wir noch immer.  😊

Danke mein lieber guter Schutzengel!

 

 

Aus dem vorher vollmundig angekündigten „unterwegs überall anlegen können“ wurde übrigens nichts! Ist gar nicht möglich. Man muß eigentlich immer eine „Marina“ (kleiner Hafen) suchen. Alle Stege, die man so sieht, sind privat und haben ein „Anlegen Verboten!“-Schild.

 

Und angeblich „Ankern können, wo es einem beliebt“ geht nur, wenn man einen Motor oben an der Ankerkette hat. Wir hatten keinen. Wir haben unterwegs mal geankert, aber nur ein einziges Mal, das Hochziehen mit Muskelkraft und vier Armen war saumäßig schwer und hat uns genügt. Also, so nie wieder! Ohne elektrische Ankerwinde muß/sollte man unbedingt und ausschließlich Marinas bzw. Häfen aufsuchen. Alles andere klingt schön, geht aber gar nicht.

 

Auch mit dem Rempler am ersten Morgen ist alles gutgegangen. Nix zu seh’n! Hat sich nur unangenehm angehört bzw. angefühlt.

 

Operation gelungen.

Happy boating!

 😎

 

Und hier nachfolgend wie immer mein „Fotokapitel“ mit ein paar zusätzlichen, ungeordneten, Fotos:

 

 

 

 

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Albert Schweitzer (1875 – 1965)

 

 

 

 

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